Den Tennisellenbogen kenne ich nicht nur aus dem Lehrbuch.
In jungen Jahren habe ich selbst professionell Tennis gespielt – unter anderem ATP-Turniere und Bundesliga. Als B-Trainer des Deutschen Tennis Bundes habe ich viele Jahre selbst Tennistraining gegeben.
Heute verbinde ich diese Erfahrung mit meiner Tätigkeit als Orthopäde und Sportmediziner – unter anderem auch in der medizinischen Betreuung beim Billie Jean King Cup für den Deutschen Tennis Bund. Darüber hinaus arbeite ich in Berlin und bundesweit mit zahlreichen Tennistrainern zusammen.
Gerade bei Tennisverletzungen ist diese Kombination hilfreich. Denn häufig reicht es nicht, nur die schmerzende Struktur zu untersuchen. Man muss auch verstehen, was auf dem Platz passiert.
Ein gutes Beispiel ist der Tennisellenbogen.
Natürlich kann eine Epicondylopathie auch entstehen, ohne jemals einen Tennisschläger in der Hand gehabt zu haben. Beim Tennisspieler interessiert mich aber sehr genau:
Wann tritt der Schmerz auf? Bei welchem Schlag? Unter welcher Belastung?
Beim Aufschlag? Bei der Vorhand oder Rückhand? Erst nach längeren Ballwechseln? Hat sich die Technik verändert? Wurde der Schläger oder die Bespannung gewechselt? Hat sich der Trainingsumfang erhöht?
Wer die spezifischen Bewegungsabläufe und Belastungen im Tennis kennt, kann häufig besser verstehen, warum Beschwerden entstanden sind – und genau dort mit der Behandlung ansetzen.
Dabei geht es nicht immer um vollständige Schonung. Gezielte Belastungssteuerung, der systematische Aufbau von Muskulatur und Sehne sowie gegebenenfalls Anpassungen von Technik und Material gehören für mich zusammen.
Meine Erfahrung aus dem Tennis hilft mir heute in der Orthopädie – und meine Erfahrung als Orthopäde lässt mich Tennis heute mit anderen Augen sehen.
Am Ende geht es nicht nur darum, dass der Ellenbogen wieder schmerzfrei wird.
Es geht darum, dass der Spieler wieder auf den Platz kommt – und dort bleibt.
Und weil auch dieses Thema vom Austausch lebt: Wer Fragen zu Tennisverletzungen oder sportorthopädischen Problemen rund um den Tennissport hat, kann sie mir gerne auch in meiner Privatsprechstunde stellen. Ich versuche, sie soweit möglich zu beantworten.